Demokratie-Konferenz


„Wie wir wirklich leben wollen“



Die Menschheit ist materiell reicher als jemals zuvor. Es gibt mehr Menschen, mehr Wissen, Geld, Produkte, mehr Angebote und Nachfrage als jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit. Statistisch ging es noch nie so vielen Menschen so gut ...
und noch nie so vielen Menschen so schlecht. Zugleich rast die Menschheit nach Ansicht zahlloser ernsthafter Experten auf den Abgrund zu: ökologisch, finanziell, existentiell.

Was für eine Verrücktheit ... Wahnsinn ... Paradoxon ... Koan ...

Die meisten Menschen, Unternehmen, Staaten sind monetär hoffnungslos überschuldet, sodass Sparen ("Austerität") unmöglich, ja, schlichtweg sinnlos bis kontraproduktiv erscheint. Selbst im wirtschaftlich erfolgreichen Deutschland sind wir trotz Hochkonjunktur und sprudelnder Steuereinnahmen nicht in der Lage, die Schuldenlast zu verringern. Die Verringerung der Neuschuldenaufnahme dank niedriger Zinsen versuchen uns die Politiker als Erfolg zu verkaufen und das Sparen wird so weit in die Zukunft vorverlegt, dass die heutigen Politikführer bis dahin längst reichlich alimentierte Zuschauer sein werden und wie selbstverständlich erwarten, von ihren Pfründen und Pensionen komfortabel leben zu können. Aber sie wissen bzw. müssten wissen, dass das von ihnen Versprochene auch ihre Nachfolger nicht realisieren werden (können). 
Die meisten heutigen Verantwortlichen wirken ratlos und wissen nicht, wie wir der Misere entkommen sollen - außer mit dem (Aber?)Glauben an technische Wunder oder an das unsägliche (und unbestreitbar natur- und selbstmörderische) quantitative Wachstum, das noch immer jenseits aller Vernunft von den Mainstream-Politikern, -Ökonomen und -Wissenschaftlern propagiert wird nach dem Motto: Nach uns die Sintflut.

Täglich wird auch offensichtlicher:
Die politische Agenda wird von der Diktatur der Finanzwelt bestimmt. Das parlamentarische System wird immer mehr zu einer Fassade, die Parlamente zu bloßen Legitimationsinstanzen immer fernerer Finanzzentralen. Der Gestaltungsspielraum der Politik tendiert gegen Null. Eine grundsätzliche Änderung des Desasters ist nicht in Sicht. Die politischen Parteien haben sich in ihren kleiner werdenden Nischen eingerichtet und bieten willig auch weiterhin ablenkendes Kasperltheater an der Oberfläche, um dann in den Hinterzimmern wenigstens noch ein bißchen bei den wirklich wichtigen Entscheidungen mitreden zu dürfen. Die Demokratie wird zwischen den „alternativlosen“ Diktaten scheinbar unveränderbarer ökonomischer „Sachzwänge“ und den kurzfristigen Eigeninteressen der Parteien zerrieben.

Selbst die Menschen in Deutschland, einem der derzeit auch ökonomisch erfolgreichsten Länder der Welt, scheinen kaum mehr Chancen zu sehen und versuchen, den Status Quo und erworbene Pfründe zu erhalten. Aber ist das möglich? Oder ist es ohnehin schon zu spät und rette sich, wer kann?

Wir sind der Meinung, dass es schon sehr spät ist, vielleicht schon zu spät für eine (Kehrt)Wende, aber wir haben keine Alternative als die verbliebenen Chancen zu  nutzen.


Impulse
, den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Wandel selbstbestimmter und gemeinwohl-orientierter zu gestalten, kommen v.a. aus zivilgesellschaftlichen Initiativen. Von der Grundeinkommensbewegung über die verschiedenen Geldreforminitiativen und Demokratiereformansätze bis hin zur Gemeinschafts- und zur Transition-Town-Bewegung: Überall beginnen Bürger aufzuwachen und Eigeninitiative zu entwickeln. Noch gelingt es der Medienoligarchie, diese vereinzelten Ansätze von Basis- und Vernetzungsaktivitäten weitgehend zu ignorieren.

Die Mitglieder des Initiativkreis Demokratiekonferenz sind der Meinung, daß ein Zusammenkommen dieser Ansätze und Initiativen in neuer Qualität angesagt und Gebot der Zeit ist. Wir halten uns nicht für den Nabel der Welt, aber wir werden initiativ, damit sich dieses Zusammenrücken jetzt verstärkt!

In den „Heckenbecker Regionalkonferenzen“ wurden von 2008 bis 2011 die verschiedensten Komponenten einer nachhaltigen, gemeinwohlorientierten und lebensdienlichen Demokratiereform sowohl inhaltlich diskutiert und miteinander verbunden wie auch auf der menschlichen Ebene den jeweiligen Protagonisten die Möglichkeit zum Austausch mit potentiellen Partnern und Verbündeten geboten. Die „Heckenbecker Gespräche“ waren das Markenzeichen eines kleinen Kreises engagierter Demokratieaktivisten. Die Teilnehmenden kamen im Laufe der Zeit nicht mehr nur regional, sondern bundesweit zu diesen Veranstaltungen. Im Jahr 2012 erweiterte sich der Teilnehmerkreis und ging als Demokratiekonferenz von den Analysen auf die Handlungsebene.